Fundstück: Pflanzliche Ernährung ist Klimaschutz Meinung sagen

22:43 am 4. August 2009 , , ,

Ein interessanter Artikel, gefunden via reset.to:

Die enormen Einsparungen beim Verzicht auf Fleisch, Milch und Eier ergeben sich vor allem durch das Freiwerden von landwirtschaftlichen Flächen im Futtermittelanbau. Da die Erzeugung einer tierischen Lebensmittelkalorie an die 10 pflanzliche Futtermittelkalorien benötigt, würde der Umstieg von tierischen auf pflanzliche Lebensmittel den Flächenbedarf in der Landwirtschaft dramatisch verringern. Die freiwerdenden Flächen könnten wieder aufgeforstet werden und enorme Mengen CO2 aus der Atmosphäre binden. Klimaschutz wäre dadurch bis 2050 weltweit fast zum Nulltarif möglich.

Soweit, so gut – die Erkenntnis, das bei der Herstellung von Fleisch höhere ökonomische und ökologische Kosten anfallen, ist nicht gerade
brandneu. Interessant ist hier die Argumentation: Klima bzw. Klimaschutz wird gemessen in US$. Nicht genug, dass man schon oft genug Umwelt- und Naturschutz nur noch als Ressourcenschonung betrachtet – und dementsprechend mit ökonomischen Vorteilen argumentiert (z.B. mit einer hohen Stromrechnung in privaten Haushalten); US-Dollar als Maß für Klimaschutz ist lächerlich.

Die eigentlichen Aussage des Artikels, dass pflanzliche Ernährung umweltfreundlicher sei, würde ich gern ergänzen, in dem ich um weniger pauschale und plakative Aussagen sondern stattdessen um Differenzierung bitte. Soja-Produkte haben – als Beispiel dafür, dass eine Differenzierung auch im Hinblick auf pflanzliche Nahrungsmittel nötig ist – eine relativ schlechte Umweltbilanz, da sie energieaufwändig und unter hohem Verbrauch von Wasser hergestellt werden. Oder die inziwschen fast in jedem Geschäft verbreiteten, häufig als vegetarisch umworbenen Bio-Tiefkühl-Fertig”nahrung”  (convenience food) ist, was die Umweltbilanz anbelangt, sicher auch nicht gerade ein Vorreiter – und mal ehrlich: was ist an Monokultur-Feldern so viel besser als an Massentierhaltung? Und hat sich nicht inziwschen die Nachricht verbreitet, dass Bio-Felder mehr Fläche/Ertrag brauchen und deshalb schon Wälder gerodet werden?

Pflanzliche Nahrung als Klimaschutz ist vielleicht ein Anfang, mehr aber nicht. Die Idee ist ganz gut, wenn aber das Konsumniveau gleich hoch bleibt, und statt Fleisch vermehrt pflanzliche Nahrung konsumiert wird – was ist dann gewonnen? Den Konsum allgemein zu verringern wäre da sicherlich der bessere Klimaschutz – und nebenbei vielleicht auch gesündern für uns Trockennaseaffen.

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