(via reset.to)
Wie passt Evolution und Umweltschutz zusammen? Diese Frage stellt sich Amelie Wachner auf theecologist.org:
[...] what does the theory of evolution mean for ecology, and for environmentalism? Does it explain how we should respond to and interact with the natural world? Does it shine a light on the current ecological crisis? Is it even helpful to think of nature purely in evolutionary terms? (Quelle)
Meine Antwort darauf ist ein klares Jein; Zum einen unterstelle ich vorsorglich und dementsprechend böswillig eine geringe Kenntnis der Evolutionstheorien, zum anderen ergibt sich daraus der Umstand, dass diese Frage schlecht bzw. falsch gestellt ist.
Laut nicht gerade neuen anthropologischen Erkenntnissen sind Menschen Generalisten – sie, d.h. wir, sind nicht an eine bestimmte Nische als Lebensraum angepasst, sondern können uns, nicht zuletzt aufgrund unserer neurokognitiven Eigenschaften an eine Umgebung anpassen, in dem wird die Ressourcen der Umgebung nutzen (für Kleidung, Behausung, Ernährung) und in unsere Umwelt entsprechend eingreifen und auch soziale Anpassungsstrategien entwickeln (aka Kultur).
Was bedeutet das für den Umweltschutz? Die offensichtliche Konsequenz aus unserer Stellung als Generalisten mit hang zur Veränderung unserer Umwelt ist der: Wir brauchen eine (aber keine bestimmte) intakte Umwelt, um in ihr überleben zu können. Aus evolutionärer Sicht ist Umweltschutz also nurmehr intelligentes Ressourcenmanagement. Die weitere Folge ist die, dass wir – im Gegensatz zu an bestimmte Nischen angepasste Lebewesen – nicht aussterben, wenn eine unserer Umwelten den Bach runter geht. Wir können (rein theoretisch) weiterziehen und uns neu arrangieren. Natürlich geht das nur bedingt oder gar nicht, wenn die Umwelt einem globalen Disaster entgegensteuert. Wobei ich eine neuerliche Anpassung unsererseits an ein Verändertes Klima für sehr wahrscheinlich halte – sofern uns diese neue Umwelt genügend Ressourcen bietet. Der Knackpunkt ist also der, dass es nicht um unsere Anpassungsleistung geht, sondern um die unserer Ressourcenlieferanten.
Eine viel interessantere Frage, die sich aus der Verbindung von Evolutionstheorie und Umweltschutz ergibt ist: Sind wir aufgrund evolutionärer Vorgaben (wir sind Generalisten, brauchen Ressourcen wie kein anderes Wesen, haben zeitlich uneingeschränkte Möglichkeit zur Fortpflanzung) nicht dazu verdammt sind, das jeweilige Ökosystem um uns herum zu gefährden, und ob es uns wegen dieser Vorgaben nicht unmöglich ist, ein symnbiotisches Verhältnis mit unserer Umwelt einzugehen.
Na gut, dass wir dazu verdammt sind ist etwas hart ausgedrückt – aber ich sehe die Tendenz dazu durchaus als evolutionär bedingt. Und damit will ich auch nicht unsere Verantwortung für unsere Taten schmälern, denn: Da die Handlungen der Menschen zur Anpassung an eine Umwelt aber sehr flexibel sind, liesse sich auch das ändern.
Und an dieser Stelle kommt ganz klar wieder die Kultur ins Spiel. Diese muss sich entsprechend bewegen! Hier liegt unsere Verantwortung.
naturgetr.eu









