gefunden auf hessnatur.de
Leider ist der Film nicht ganz so kritisch wie ich es mir wünschen würde, sondern zu weiten Teilen schlicht und einfach Werbung für das primär kapitalistische und (wenn überhaupt) erst sekundär ökologische Marktsegment LOHAS. Auch die durchweg esoterische Einfärbung des vermeintlich grünen Lifestyles ist – nicht nur in diesem Film – wie so oft kaum zu ertragen.
Immerhin gibt es im Film ein bisschen Kritik von Richard Häusler, der auch eine Studie zum Thema LOHAS durchgeführt hat:
Es sieht nämlich so aus, dass es in der Tat wohl so ist, dass das Öko-Thema zunehmend zu einem Ego-Thema wird. Wir haben auch gefunden, dass LOHAS überhaupt nicht auf Verzichtthemen reagieren, dass heisst, Verzicht auf Komfort, verzicht auf Fernreisen, Verzicht auf Fleisch, das spricht sie nicht an. Also LOHAS – was ja auch im Konstrukt so gemeint ist – LOHAS verbindet in der Tat Konsumfreude mit einem gewissen ethischen Anspruch, aber diese ethische Anspruch ist sehr viel niedriger als vielleicht die Öko-Avantdarde oder die politisch denkenden Ökologen in unserem Land.
Ergänzen lässt sich das mit dem , was Häusler schon an anderer Stelle gesagt hat:
Die neuen Ökos kaufen bewusst und auch nachhaltig ein, vor allem, um sich selbst etwas Gutes zu tun und nebenbei auch noch die Welt zu verbessern. Dabei sind sie unpolitisch, anspruchsvoll und ichbezogen. Nachhaltigkeit ist für sie nicht ideologisch begründet, sondern eine emotionale Lebensstil-Orientierung, mit nach außen gezeigter moralischer Haltung. Diese Konsumenten wollen zwar die Welt verbessern, sind aber nicht willens, dafür große Verhaltensänderungen in Kauf zu nehmen oder gar zu verzichten. Deshalb kann man ihnen auch nicht mit Moralappellen und politischen Argumenten kommen. Solche Überzeugungsversuche sind zu rational, pessimistisch und kompliziert. Bequemlichkeit bleibt Trumpf.
LOHAS ist insgesamt also wirklich wenig mehr als grün übertünchter, mit esoterischen Phrasen geschmückter Kapitalismus. Oder auch, wenn man von der im Filmchen erwähnte Idee ausgeht, dass LOHAS die konsequente Fortführung der Öko-Bewegung sei, ist LOHAS schlicht nur eine Turbo-Kapitalisierung bzw. Eingliederung in den Konsumismus einer vormals politischen Bewegung.
Und das soll etwas Gutes sein? Dann lieber LOVOS!
Nachtrag: Aber vielleicht hat sich das Problem LOHAS ja auch schon wieder von selbst erledigt, wenn man dies und dies in Betracht zieht.
naturgetr.eu









