Die Prioritäten der Politik liegen weder im Klima- noch im Umweltschutz; Vorrang hat das monetäre Wohlergehen der Wirtschaft. Dabei sollte nicht nur der Klima- sondern auch der insgesamte Umwelt- und Naturschutz (Klimaschutz ist nur ein Teilbereich!) Priorität vor allem haben, denn durch unsere radikalen, zerstörerischen Eingriffe in unsere natürliche Umwelt entziehen wir uns unsere Lebensgrundlage. Das ist kein Spiel, Naturschutz dreht sich nicht einfach nur um ein gutes Gewissen oder um Engagement in der ansonsten langweiligen Freizeit. Es geht ums überleben – und nicht nur um unseres. Es ist fünf vor 12.
Und was tun unsere Politiker? Asse säuft ab bzw. bricht ein, Kohle (und andere umweltschädliche Energieträger) wird auch weiterhin subventioniert, man lockt lieber mit “Steuergeschenken” anstatt sich auch an sicherlich unpopuläre, aber dennoch dringend notwendige Entscheidungen zu wagen. Nicht-staatliche Kampagnen fallen dagegen auch mal mit wirklich grottig schlechten Studien zum Thema Klima- und Umweltschutz auf – hauptsache, wir haben mal drüber geredet. Und weiterhin wird Umweltschutz als Ressourcenmanagement betrachtet – und Natur damit in Geld gemessen.
Alles in allem bleibt also nur, meine Forderungen und Gedanken zu wiederholen und zu ergänzen:
- Besteht nicht die Gefahr, dass je mehr NGO und Kampagnen sich um dieses Thema kümmern, sich die real Verantwortlichen (Politik und Wirtschaft) davon zurückziehen – denn es wird ja was fürs Klima getan – und dadurch notwendige politische und ökonomische Prozesse nicht stattfinden? Es muss sichergestellt werden, dass genau das nicht passiert.
- An die Stelle der Umweltpolitik ist inzwischen eine Klimapolitik getreten. Klimaschutz ist aber nur ein Teilbereich des Umwelt- und Naturschutzes. Die Fokussierung auf Klima (und Atomausstieg) lässt blinde Flecken in anderen Teilbereichen des Umweltschutzes entstehen.
- Ich bezweifle, dass eine nur punktuelle, von Kampagnen betriebene informationelle Aufklärung über Klimawandel und Co. ausreicht. Vielmehr muss sich unser Alltag in Richtung Nachhaltigkeit bzw. Ökologie ändern. Mal hier und dort am Schräubchen drehen ist lange nicht genug – Umweltpolitik muss absolute Priorität haben.
- Wir brauche nicht einfach nur eine andere Konsumkultur, die vermeintlich ökologischere Produkte bereitstellt – wir brauchen ein radikales Umdenken: Zuallererst mus weniger konsumiert werden, und dann nochmals nach ökologischen Gesichtspunktenn ausgewählt werden – so dass wenn wir konsumieren, dies auch ökologisch und vernünftig tun. Nur dadurch kann erreicht werden, dass nachhaltig konsumiert wird; wie im hier angeführt ist es nutzlos, wenn nur andere Produkte, nicht aber weniger konsumiert wird.
Bemerkenswert und nochmals erwähnenswert ist natürlich auch, dass die Weltwirtschafts”krise” mehr zum Umweltschutz beigetragen hat, als alle Bestrebungen der Politik. Durch die Krise ging allein der CO2-Ausstoß um drei Prozent zurück – ein Rückgang wie seit 40 Jahren nicht mehr (!).
Damit eröffnen sich nicht nur, wie der UN-Klimasekretär Yvo de Boer erklärt haben soll, ein “Startfenster” für den Klimaschutz, und ebensowenig ist der Knackpunkt die “Finanzierung des Klimaschutzes“; Vielmehr zeigt der Rückgang der CO2-Ausstöße ganz klar den vernünftigsten Kurs im politischen Klima- aber auch im allgemeinen Umweltschutz – und dies ergänzt die Gedanken und Forderungen von weiter oben:
- Die westlich-industrialisierten Gesellschaften sind maßgeblich für den CO2-Ausstoß verantwortlich
- Die Weltwirtschaft muss von der Idee des steten und unbegrenzten Wachstums abgebracht werden
- Ein einfacheres Leben ohne Durchindustrialisierung und Konsumismus ist eine effektiver Art des Umweltschutzes
- Umwelt- und Klimapolitik muss ganz klar absoluten Vorrang vor der Wirtschaft und ihrem Gewinnstreben haben, damit Klima- und Umweltschutz effektiv betrieben werden kann.
naturgetr.eu









