Bundesverteidigungsministerium wirbt Kunden für McDonalds Eine Meinung

12:55 am 10. August 2009 ,

Gefunden in der taz (via reset.to bzw. Bio-Presseschau):

Wenn Schulklassen einen Ausflug zum Berliner Dienstsitz des Bundesverteidigungsministeriums machen, können sie sich auf einen kostenlosen Besuch bei der Hamburgerkette McDonalds freuen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der grünen Bundestagsabgeordneten Ulrike Höfken hervor. [...]
“Die Einnahme von Speisen und Getränken der Restaurantkette entspricht den Lebensgewohnheiten der Schülerinnen und Schüler”, beschied der parlamentarische Staatssekretär Thomas Kossendey (CDU) der grünen Verbraucherschutzexpertin. Nach seinen Angaben entstanden dem Verteidigungsministerium durch die Einlösung der Gutscheine Ausgaben in Höhe von 73.282,84 Euro.
Laut Ministerium könnten aus Kapazitätsgründen nicht alle Besuchergruppen in der Kantine versorgt werden. Deshalb würden die Gutscheine ausgegeben – und zwar “ausschließlich an Schülergruppen”.

Dass die Regierung in anderen Bereichen entgegengesetze Bestrebungen anpeilt, wie z.B. die Verminderung von Übergewicht bei Kindern, oder auch das Verteidigungsministerium selbst, das sich schon über Probleme mit dem zunehmenden Übergewicht junger Wehrpflichtiger beschwert hat, führt die taz  im Artikel an.

Ich finde es dagegen interessant, dass McDonalds nicht nur als Ernährung herhalten muss, sondern dass das Ministerium gezielt Schülern diese Gutscheine in die Hand gegeben hat. Die Stellungnahme des Ministeriums, nur Schüler und keine anderen Berufsgruppen hätten die Gutscheine erhalten, soll wohl so etwas wie eine Rechtfertigung oder eine Entschuldigung sein – dabei macht es das nur noch schlimmer:

Man hat mit McDonalds einen Bündnis gestrickt, welches dem Fast-”Food”-Konzern gerade die Zielgruppe Nummer Eins ins Haus spült. Das nenn ich product placement wie es besser kaum sein könnte – ausser vielleicht, wenn McDonalds im Gegenzug Spielzeugsoldaten mit in die Tüten gesteckt hätte.

Meinungen (1) ↓ Meinung sagen

  1. Britta sagt:

    Ich finde es ist eine bodenlose Unverschämtheit, dass die Regierung knapp 75000 Euro unserer Steuergelder dafür ausgibt, dass Kinder zum ungesunden Fastfood von McDonalds verleitet werden! Trotz der vielen guten Aktionen, welche die deutsche Regierung für eine gesunde Ernährung eingeführt hat, trüben solche Aktionen einfach das Bild auf eine erschreckend starke Art. Den Kindern wird hier von offizieller Seite klargemacht, dass McDonalds gut und gesund ist. Bitte stoppt diese Aktion!

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