Bei Heise Telepolis gefunden:
Geoengineering, also die globale Beinflussung des Klimas durch technische Anwendungen, ist in der letzten Zeit attraktiver geworden. Faszinierend scheint nicht nur zu sein, dass mit technischen Megaprojekten Folgen der von Menschen entwickelten Techniken kompensiert werden sollen, sondern dass man damit gleichzeitig auch den Lebensstil nicht ändern muss und gute Geschäfte machen kann. (Quelle)
Ich bin immer wieder erstaunt, wie sehr man sich im Klima-, Umwelt und Naturschutz auf technische Lösungen verlassen will (oder soll?). Man versucht, technische Wege zu finden um Probleme zu lösen, die andere technische Lösungen hervorgebracht haben. Und für die Probleme, die die Lösung mich sich bringt, braucht man dann eine weitere technische Lösung und immer so weiter. Ein ewiger Teufelskreis, eine Spirale ohne Vernunft und Verstand.
Dass diese Lösungsstrategie auf grundlegender Ebene strukturell absolut unsinnig ist, ist offensichtlich: Nicht nur, dass man weiterhin wie besessen in diesem Teufelskreis tanzt und vor lauter Trance und Taumel nicht sehen kann – oder will – dass dieses überkommene Ritual der heilsversprechenden Technik nirgendwo hin führt. Mit jeder Drehung, mit jedem neuen Bogen in der Spirale wächst die Komplexität und damit die Unüberschaubarkeit des Problems – und wahrscheinlich auch die Unlösbarkeit. Die technischen Lösungen werden komplexer, und bringen ihrerseits komplexere Probleme hervor.
Warum wird hier seitens derjenigen, die sich die vom Volk gewählten Entscheider und Lenker nennen nicht eine Lösung auf niedrigerem (Komplexitäts-)Niveau gesucht? Eine Lösung, die im Alltag der Massen ansetzt und nicht im Büro der Ingenieure. Der Staat hat dazu die idealen Mittel, denn hier können zentrale und untereinander abgestimmte Konzepte und Entwürfe zut Lösung entworfen, diskutiert und beschlossen werden.
Stattdessen ruht man sich auf Amt und – naja – Würden aus und überlässt die Initiative dem Erfindungsgeist der Industrie und dem Verkaufstalent der Ökonomen. Natürlich liegt die Verantwortung zu Handeln nicht, und vor allem: nicht in erster Linie beim Staat – sie liegt bei uns. Jeder ist gefordert, in seinem Umfeld etwas zu tun – dass der Staat oder seine Behörden die besseren Mittel zur Verfügung haben, ist kein Argument, nichts zu tun.
Ein Mensch sollte nicht alles tun, sondern etwas; und weil er nicht alles tun kann, soll er nicht ausgerechnet etwas Unrechtes tun.
(aus: H.D. Thoreau, Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat)
Warum sollte dieser Leitsatz nicht auch für Klima-, Umwelt und Naturschutz gelten oder allgemein für unser Verhalten auch gegenüber unserer natürlichen Umwelt?
naturgetr.eu









