The Green Edge: Über LOVOS Meinung sagen

13:37 am 25. September 2009 , ,

Dem LOHAS entgegengesetzt positioniert sich LOVOS, der “Lifestyle of Voluntary Simplicity“. Ohne große Worte gesagt: Es geht um die Idee, einfacher zu leben. Die Entscheidung, einfacher zu leben, kann auf vielen Ideen, Ideologien und Vorstellungen beruhen. Von verschiedenen Motivationen getragen kann man also zu dem Prinzip LOVOS gelangen – aus vielen Quellen entspringt ein Fluss, wie Gerhard schon in seinem Waldblog zusammenfasst:

Dabei kommt es nicht darauf an, möglichst viel Geld zu sparen, entsprechend der Geiz-Ist-Geil-Mentalität. Vielmehr werden Konsum und Besitz materieller Dinge insgesamt kritisch hinterfragt. Insbesondere wird der Geld- und Konsumorientierte Lebensstil für vielfältige hauptsächlich psychische Erkrankungen verantwortlich gemacht.

Ebenso kritisiert wird die Schnelllebigkeit unserer Zeit, die zu einer Überbeanspruchung des Menschen durch Termin- und Leistungsdruck führt. Auch die Massenmedien wie Fernsehen, Internet und Radio werden kritisch hinterfragt.

Dieser Lebensstil ähnelt in manchen Bereichen einer Askese, unterscheidet sich aber durch seine Fokussierung auf Lebensqualität davon. Denn der Verzicht auf materielle Dinge soll die Lebensqualität letztendlich steigern.

Aber jenseits der Kritik am Materialismus, an der Schelllebigkeit unserer Zeit und der Idee, dadurch mehr (immateriell begründete) Lebensqualität zu erreichen, gibt es schlicht und einfach einen einfachen und – wie ich finde – absolut plausiblen Grund, einfach zu leben:

Einfacher Leben aus ethischer Haltung unserer natürlichen Umwelt gegenüber muss meiner Meinung der primäre Grund für ein einfaches Leben sein. Ich sehe zwar auch die positiven Folgen, die mit der Abwendung von Materialismus, Konsumismus und Schnelllebigkeit einhergehen, diese sind aus meiner Sicht allerdings mehr sekundär, ein Begleitprodukt bzw. eine Folge eines einfachen Lebens aus umweltethsichen Gründen. Man könnte auch sagen: es ist die Belohnung dafür.

Und ich möchte mich dabei nicht missverstanden wissen und gleich – wie es manche tun – in eine okkultistisch-esoterische  oder neureligiöse Ecke gestellt werden. Nicht nur, weil die okkultistisch-esoterisch-neureligiöse Szene mittlerweile auch wenig mehr als ein Marktsegment innerhalb der auf Konsum ausgerichteten Gesellschaft ist und deshalb keine Kritik an dieser üben kann; Ich halte es auch deswegen für falsch, die Idee eines einfacheren Lebens mit diesem Klischees zu belegen, weil, wie oben gesagt, viele Gründe für ein einfacheres Leben möglich sind, und nicht alle sind esoterisch motiviert oder übertüncht. Und: Belegt man generell alles, was mit einfacherem Leben zu tun hat, mit vorgefassten Klischees, nimmt man dieser Idee die Möglichkeit, sich ausserhalb dieser Klischees zu entwickeln.

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