The Green Edge: Leitbild und Maximen Meinung sagen

13:37 am 26. September 2009 , ,

Wie bereits gesagt baut die Idee The Green Edge unter anderem auf auf dem Prinzip des einfacheren Lebens, auch LOVOS genannt. Aber The Green Edge meint mehr als das, The Green Edge will mehr.

Einfacheres Leben (LOVOS) kann aus vielerlei Gründen betrieben werden, nicht zuletzt sicherlich auch aus dem Grund, weil man sich von einem (materiell) einfacheren Leben auch weniger Belastungen im stressigen Alltag verspricht – und so versucht, einem Burn-Out zu entgehen. Damit hat The Green Edge nichts zu tun.
Es geht, kurz gesagt, darum, aus einer ethischen Haltung der natürlichen Umwelt gegenüber (Natur- und/oder Umweltethik) einfacher zu leben und dadurch nicht nur irgendwie nachhaltiger, sondern gezielt ökologischer zu leben. In unsererm alltäglichen Handeln, und somit auch in unserem Konsum, drückt sich unsere direkte Verantwortung nicht nur für unsere Mitmenschen, sondern mehr noch auch für unsere natürliche Umwelt aus.

Einfacher Leben ist dabei nicht gleichbedeutend mit (krampfhaftem) Verzicht auf Dinge des Alltags oder auf Lebensmittel. Verzeicht bedeutet, etwas zu wollen (einen Wunsch nach etwas zu haben) oder zu brauchen, sich diesen Wunsch oder dieses Bedürfniss absichtlich zu verweigern. Wer Verzicht als Grundlage eines gezielt veränderten Konsums hernimmt, wird scheitern; Er wird scheitern, weil ihn der Verzicht quält und ihn irgendwann zur Aufgabe bringt – was meist in einer Überkompensation (sprich: Konsumrausch) als “Belohnung” für den lange durchgehaltenen Verzicht  endet.

The Green Edge will also keinen Verzicht, sondern geht weiter: Ich fordere hier nicht weniger als die Reduzierung und letztendlich die Minimierung der alltäglichen und persönlichen Bedürfnisse, frei nach Senecas Ausspruch

Nicht wer wenig hat, sondern wer viel wünscht, ist arm.

Nur das radikale Herunterschrauben unserer Bedürfnisse ist verantwortungsvoll und angemessen unserer natürlichen Umwelt gegenüber. Uns muss (wieder?) klar werden, wie wenig wir eigentlich brauchen, um (glücklich!) zu leben. Und darüber nachzudenken und zu überlegen, mit wievielen Dingen und Bedürfnissen wir nicht nur uns, sondern auch unsere Umwelt belasten, und wieviele davon wir wirklich brauchen, ist der erste Schritt, die eigenen alltäglichen Bedürfnisse zu reduzieren.

Mit radikalem Herunterschrauben meine ich übrigens ganz und gar nicht, dass jeder von uns von heute auf morgen seine Gewohnheiten und Bedürfnisse über Bord werfen soll, um – überspitzt gesagt – als Asket in einer Höhle zu leben. Das kann nicht der richtige Weg sein, denn – wie bei den viel bejammerten Diäten – wird, je plötzlicher der Bruch bzw. die Umstellung vorgenommen wird, desto früher wird der Rückfall in die alten, unethischen (Konsum)Gewohnheiten kommen. Anders gesagt: Die Veränderung muss langsam aber stetig erfolgen, weil plötzlicher Verzicht zu Frust, Rückschlägen und langfristig zur Aufgabe führt.

In diesem Sinne ist der Erfolg des einfachen Lebens nicht daran messbar, mit wie wenig Geld oder materiellen Gütern man auskommt. Jeder, der seine Bedürfnisse reduzieren will, fängt an einem anderen Ausgangspunkt an: Manche haben auf großem Fuß gelebt und können auch auf viel verzichten, andere haben wenig und kommen daher schon von Anfang an mit weniger klar. Wichtig sind also nicht Feststellungen wie zum Beispiel der Umstand, dass sich hier in Deutschland ein erwachsener Mensch (!) von 3 Euro am Tag ernähren kann – wenn er seine Bedürfnisse schon zu diesem Punkt heruntergeschraubt hat – oder dass der eine messbar weniger konsumiert als ein beliebiger anderer.
Wichtig ist, dass man sich immer weiter, nach und nach, bemüht, die Bedürnisse zu reduzieren.

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