Auszeit :-( Kommentar
Wegen technischer Probleme – mein Computer hat sich dafür entschieden, nicht mehr zu funktionieren – wirds hier in nächster Zeit etwas stiller werden. Ich melde mich aber so bald wie möglich wieder zu allen Schandtaten bereit!
Klimawandel gehackt! Kommentar
Wie verschiedene Dienste berichten, sind durch einen Hack Emails von Klimawissenschaftlern zugänglich geworden, deren Inhalt für manche Menschen auf eine Klimaverschwörung (es ginge nur um eine CO2-Steuer…) oder zumindest auf eine unsaubere Arbeitsweise der jeweiligen Wissenschaftler hindeutet.
Selbst wenn sich zeigen sollte, dass es keinen Klimawandel gibt oder dass er nicht von Menschenhand verursacht oder gefördert wurde, ist das absolut kein Grund, gleich wieder die bisherigen Entwicklungen im Umweltschutz über Bord zu werfen. Genau diese Gefahr besteht aber, wenn einerseits – wie es leider seit einiger Zeit der Fall ist – Klimaschutz nicht als Teilbereich, sondern als Mutter des Umweltschutzes begriffen wird und andererseits solche Verschwörungstheorien verbreitet werden.
Selbst wenn sich der Klimawandel irgendwann als Lüge herausstellen solle, sehe ich weder jetzt noch in der Zukunft irgendeinen Grund, den Umwel-, Klima- und Naturschutz einzustellen. Reduktion der Abgase (wie CO2) und Giftstoffe ist nicht einfach nur fürs Klima da, sondern für Natur- und Umweltschutz insgesamt. Aber das scheinen die “Klima-Leugner” und Klima-Verschwörungstheoretiker gern mal zu vergessen.
McDonald’s wird grün 1 Kommentar
Heute in den Schlagzeilen: McDonald’s wird grün! So berichten die Sueddeutsche und die Financial Times Deutschland. Auch in der Blogospähre ist die Nachricht schon aufgenommen worden, so zeigt das Designtagebuch zum Beispiel, wie eine neue, grüne McDonald’s-Filiale aussehen könnte:

Quelle: http://www.designtagebuch.de/gib-mir-ein-gruenes-mcdonalds-logo/
McDonald’s will zugleich mit dieser nurmehr farblichen Veränderung auch gleich eine Neuorientierung hin zum Umweltschutz ausdrücken, bzw, wie es die Financial Times ausdrückt, “sei [der Farbwechsel] auch als Bekenntnis und Respekt vor der Umwelt zu werten”; wie hier berichtet wird, setze der Konzern schon seit den 80ern auf “Mutter Natur” – dort findet man auch einen Link zum Umweltstatement des Konzerns.
Soll ich lachen?
Ernsthaft, was ist diese Idee von der Farbänderung hin zu grün denn anderes als eine recht billige, halbherzige und darüberhinaus noch sehr durchschaubare Marketingkampagne? Selbst McDonald’s scheint erkannt zu haben, dass man mit Öko-Image mehr verkauft; und mehr als das Image brauchts ja dann dazu nicht.
McDonald’s bekennt sich zu Kampagnen wie der “bundesweit an der größten Umweltinitiative der deutschen Wirtschaft, der Aktion Saubere Landschaft (ASL)” und stellt Verpackungen aus recycletem Material her – aber was bringt eine Aktion, die halbherzig die Landschaft in Deutschland (vor den (Verpackungs-) Abfällen, die die Konzerne produzieren) schützt oder was helfen Pappverpackungen, die überall einfach weggeworfen werden?
Was helfen solche Aktionen denn gegen die Tatsache, dass derlei “Ernährung” schlicht umwelt- und klimaschädlich ist (siehe auch hier dazu)?
Update:
Nachdem die Sueddeutsche in ihremArtikel zur Farbumstellung bei McDonald’s “McDonald’s – Grün ist die Hoffnung” noch sehr unkritisch war, ist sie jetzt – fünf Stunden nach dem ersten Artikel – in einem Kommentar zumindest mit einem Bein auf den Zug der Kritiker aufgesprungen: “Öko-Strategie von McDonald’s – Grün allein genügt nicht”
Weitere Artikel zu diesem Thema:
Laizismus für Deutschland Kommentar
(via 11k2)
Eine neue Online-Petition fordert die konsequentere Trennung von Kirche und Staat:
Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass im Grundgesetz eine striktere und konsequentere Trennung von Kirche und Staat, also der Laizismus verankert wird.
Die Petition läuft noch bis 15. Dezember. Zeichne mit!
Andererseits:
Die Idee der Petition in allen Ehren, aber ich für meinen Teil erwarte nicht allzu viel – zumal unter einen schwarz-gelben Regierung. Auch nicht jetzt, wo doch das Kruzifix-Urteil des Europäischen Gerichtshofes noch recht frisch ist und einigermaßen für Eindeutigkeit gesorgt hat.
Vielleicht spricht da aber auch die Erfahrung als Baden-Württemberger aus mir – immerhin muss man hier, wenn man Lehrer an einer öffentlichen Schule werden will, immerhin heisst es in unserer Landesverfassung:
Artikel 12
(1) Die Jugend ist in Ehrfurcht vor Gott, im Geiste der christlichen Nächstenliebe, zur Brüderlichkeit aller Menschen und zur Friedensliebe, in der Liebe zu Volk und Heimat, zu sittlicher und politischer Verantwortlichkeit, zu beruflicher und sozialer Bewährung und zu freiheitlicher demokratischer Gesinnung zu erziehen.
Gerade hier, im nicht gerade unwichtigen Bereich der Erziehung, besteht nach wie vor eine dermaßen widerliche Verflechtung von Kirche und Staat – völlig ungeachtet des Grundgesetzes, des Kruzifix-Urteils und Petitionen.
Selbst wenn man argumentativ kleinere Kuchen backen wollte und diesen Passus der Landesverfassung Kurz mit dem Landesbeamtengesetz vergleicht, fällt auf, dass sich die Landesverfassung und das Landesbeamtengesetz eher widersprechen, als dass sie Klarheit schaffen – ein Auszug aus dem Landesbeamtengesetz:
§ 71 Diensteid
(1) Der Beamte hat folgenden Diensteid zu leisten: “Ich schwöre, dass ich mein Amt nach bestem Wissen und Können führen, das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, die Landesverfassung und das Recht achten und verteidigen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe”.
(2) Der Eid kann auch ohne die Worte “So wahr mir Gott helfe” geleistet werden.
Wenn das Gebot der Religionsfreiheit laut Artikel 4 des Grundgesetzes gültig ist – wovon ich optimistischerwiese mal ausgehe – und daraus die neutralität offentlicher Stellen und Behörden abgeleitet wird, müsste es doch eigentlich verboten sein, dass im Diensteid Gott überhaupt genannt werden darf und dass in einer Landesverfassung schon ein geradezu missionarischer Auftrag festgehalten wird. Immerhin wird der Diensteid – ob mit Erwähnung von Gott oder ohne – auf die Landesverfassung abgelegt. Was nutzt es also, im Diensteid Gott aussen vor zu lassen, wenn man einen Eid ablegt, zu missionieren?
Vielleicht sollten wir – anstelle der wahrscheinlich ohnehin wirkungslosen Petition – einfach den Europäischen Gerichtshof anrufen?
Klimaterroristen? Kommentar
Telepolis und die taz berichten über ein neues Gesetz, dass in Dänemark noch schnell vor dem Klimagipfel in Kopenhagen die Gesetze verschäft, und dadurch Umweltaktivisten kiminalisiert werden sollen:
[...] dass die Regelungen bei Sitzblockaden oder Menschenketten, die die Polizei behindern, bis zu 40 Tagen Haft vorsehen. Geldbußen von “mehreren hundert Euro” werden angedroht, für den Fall, dass sich Demonstranten nach polizeilicher Aufforderung nicht entfernen, selbst wenn die Demonstration erlaubt ist. Außerdem ist eine “Präventivhaft” von bis zu 12 Stunden vorgesehen, wenn der Verdacht auf “die Ordnung und Sicherheit gefährdende Absichten” besteht.
In den Kommentaren zum Artikel auf Telepolis kam gleich das Schlagwort Klimaterrorist auf – interesanterweise vom selben Kommentator, der schon am 6. November anlässich der Ankündigung der USA, dass es in Kopenhangen keinen Vertrag geben wird, dieses Stichwort eingeführt hat.
Alles in allem ist das Schlagwort nicht neu: Ökoterrorismus ist spätestens seit der ELF – Earth Liberation Front [ELF Homepage | ELF Wikipedia deutsch | ELF Wikipedia englisch] ein nicht nur vom FBI geprägter Begriff; in diesen Zusammenhängen taucht teilwiese Ecoterrorism auch als Selbstbezeichnung auf.
Alles in allem scheinen mir Bezeichnungen wie Klimaterror und Ökoterror (resp. Ecoterrorism) doch zu hysterisch – die Verwendung belegt ein Mal mehr, dass das Wort Terror heutzutage inflationär benutzt wird um etwas zu brandmarken.
Ich sehe diese Bezeichnungen selbst im Bezug auf radikalerer Gruppen wie die Earth Liberation Front als unpassend – schlicht und einfach deswegen, weil der Wirkungsgrad und -radius der kleinen und lokalen Sabotageaktionen wohl kaum als Terrorismus (im engeren Sinne) benannt werden kann (zumal dann, wenn betont wird, dass man ausdrücklich keinerlei Lebewesen und so auch keinen Menschen schaden will).
Ist politisch motivierte Sabotage bzw. Gewalt gegen Sachen schon Terrorismus?
Evolution und Umweltschutz Kommentar
(via reset.to)
Wie passt Evolution und Umweltschutz zusammen? Diese Frage stellt sich Amelie Wachner auf theecologist.org:
[...] what does the theory of evolution mean for ecology, and for environmentalism? Does it explain how we should respond to and interact with the natural world? Does it shine a light on the current ecological crisis? Is it even helpful to think of nature purely in evolutionary terms? (Quelle)
Meine Antwort darauf ist ein klares Jein; Zum einen unterstelle ich vorsorglich und dementsprechend böswillig eine geringe Kenntnis der Evolutionstheorien, zum anderen ergibt sich daraus der Umstand, dass diese Frage schlecht bzw. falsch gestellt ist.
Laut nicht gerade neuen anthropologischen Erkenntnissen sind Menschen Generalisten – sie, d.h. wir, sind nicht an eine bestimmte Nische als Lebensraum angepasst, sondern können uns, nicht zuletzt aufgrund unserer neurokognitiven Eigenschaften an eine Umgebung anpassen, in dem wird die Ressourcen der Umgebung nutzen (für Kleidung, Behausung, Ernährung) und in unsere Umwelt entsprechend eingreifen und auch soziale Anpassungsstrategien entwickeln (aka Kultur).
Was bedeutet das für den Umweltschutz? Die offensichtliche Konsequenz aus unserer Stellung als Generalisten mit hang zur Veränderung unserer Umwelt ist der: Wir brauchen eine (aber keine bestimmte) intakte Umwelt, um in ihr überleben zu können. Aus evolutionärer Sicht ist Umweltschutz also nurmehr intelligentes Ressourcenmanagement. Die weitere Folge ist die, dass wir – im Gegensatz zu an bestimmte Nischen angepasste Lebewesen – nicht aussterben, wenn eine unserer Umwelten den Bach runter geht. Wir können (rein theoretisch) weiterziehen und uns neu arrangieren. Natürlich geht das nur bedingt oder gar nicht, wenn die Umwelt einem globalen Disaster entgegensteuert. Wobei ich eine neuerliche Anpassung unsererseits an ein Verändertes Klima für sehr wahrscheinlich halte – sofern uns diese neue Umwelt genügend Ressourcen bietet. Der Knackpunkt ist also der, dass es nicht um unsere Anpassungsleistung geht, sondern um die unserer Ressourcenlieferanten.
Eine viel interessantere Frage, die sich aus der Verbindung von Evolutionstheorie und Umweltschutz ergibt ist: Sind wir aufgrund evolutionärer Vorgaben (wir sind Generalisten, brauchen Ressourcen wie kein anderes Wesen, haben zeitlich uneingeschränkte Möglichkeit zur Fortpflanzung) nicht dazu verdammt sind, das jeweilige Ökosystem um uns herum zu gefährden, und ob es uns wegen dieser Vorgaben nicht unmöglich ist, ein symnbiotisches Verhältnis mit unserer Umwelt einzugehen.
Na gut, dass wir dazu verdammt sind ist etwas hart ausgedrückt – aber ich sehe die Tendenz dazu durchaus als evolutionär bedingt. Und damit will ich auch nicht unsere Verantwortung für unsere Taten schmälern, denn: Da die Handlungen der Menschen zur Anpassung an eine Umwelt aber sehr flexibel sind, liesse sich auch das ändern.
Und an dieser Stelle kommt ganz klar wieder die Kultur ins Spiel. Diese muss sich entsprechend bewegen! Hier liegt unsere Verantwortung.
Petition für Open Access Kommentar
(via netzpolitik.org)
Eine neue Online-Petition setzt sich für Open Access ein:
Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass wissenschaftliche Publikationen, die aus öffentlich geförderter Forschung hervorgehen, allen Bürgern kostenfrei zugänglich sein müssen. Institutionen, die staatliche Forschungsgelder autonom verwalten, soll der Bundestag auffordern, entsprechende Vorschriften zu erlassen und die technischen Voraussetzungen zu schaffen.
Open Access ist ein wichtiges Thema, also zeichnet mit! Auch wenn ihr denkt, ihr seid nicht direkt davon betroffen – ihr seid es; spätestend wenn es ums Geld geht, denn das bisherige Modell bzw. die bisherige Praxis nimmt gern Steuergelder und verdient dann noch ein zweites Mal:
In der Begründung wird kritisiert, dass hohe Kosten und die Vielfalt wissenschaftlicher Zeitschriften Bürgern heute den Zugang zu Ergebnissen staatlich finanzierter Forschung de facto verschließen. Dabei sei es nicht angemessen, dass der Bürger noch einmal für bereits von ihm finanzierte Forschungsergebnisse zahlen müsse. (netzpolitik.org)
Die Petition läuft bis 22. Dezember. Schon mitgezeichnet?
LOHAS: Harmonieorientiert, naturromantisch, unpolitisch und ichbezogen 1 Kommentar
Noch ein guter Artikel zum Thema LOHAS:
Richard Häusler: Was LOHAS lieben: “Sauber, deutsch, gemeinsam”
Endlich: Klima-Kennzeichnung für Lebensmittel 2 Kommentare
Endlich! (M)Ein Traum wird wahr – nachdem schweizer Forscher ökologische Fußabdrücke für Lebensmittel berechnet haben, geht Schweden einen Schritt weiter in Richtung Zukunft und verpasst Lebensmittel-Packungen eine Kennzeichnung, die die Umwelt- bzw. Klimaverträglichkeit wiedergibt:
“Pro Kilo Produkt 0,87 Kilo CO2″ klebt neuerdings auf Haferflocken-Päckchen in Schwedens Supermärkten. Mit dieser Art von Transparenz geht das skandinavische Land beim Klimaschutz völlig neue Wege. Denn um den Ausstoß von schädlichen Treibhausgasen zu drosseln, konzentrieren sich Europas Regierungen nur auf sparsame Autos oder Energiesparlampen – und sie diskutieren über die Notwendigkeit von Wäschetrocknern.
(Quelle: Spiegel – Lebensmittel-Kennzeichnung. Futtern für das Klima)
Diese Kennzeichnung ist meiner Meinung nach vor allem ein Schlag ins Gesicht für die Horde an Bio-Zombies, die Bio- und Ökoprodukte mehr zwecks Lyfestyle, Gesundheit und Gewissen kaufen. Dank einer solchen Kennzeichnung kann jeder selbst überschauen, wie umweltverträglich er oder sie konsumiert – und um wie viel umweltfreundlicher es sich konsumiert, wenn unnötige Produkte einfach gemieden werden.
Wie lange das wohl noch dauert, bis auch die brüsseler und auch die deutsche Bürokratie (die auch bisherige Kennzeichnungen lieber verwerfen will, siehe auch hier) sich zu dieser sinnvollen Maßnahme durchringt?
Malkurs: Afrikanisches Dorf Kommentar
Malkurs – Folge 11: Desert Village Sunset Scene
naturgetr.eu
