(Via UberGrun)
Ein neuartiger Antrieb, der mit Fett statt Öl läuft – und dabei noch Unmengen Geld spart!
Gibts nicht? Gibts doch!! Bilder und technische Schemata gibts hier.
Umweltschutzorganisationen wie z.B. (aber nicht nur!) Greenpeace setzen auf Aktion – wie die Gruppe selbst in ihrer Broschüre zum 30jährigen Bestehen von Greenpeace Deutschland (PDF) zeigt: es wird besetzt, in der Welt herumgereist und über die Weltmeere getuckert. Kurz: Es wird Aufwand betrieben, der Energie und andere Ressourcen kostet. Und immer mit dabei ist natürlich die Quasi-Uniform so vielen Natur- und Umweltschützer, die Marken-Outdoor-Klamotte. Ich bezweifle, dass diese meist auf medienwirksamkeit getrimmten Aktionen außer der Medienpräsenz tatsächlich etwas bewirken, zumal langfristig betrachtet. Mag sein, dass durch solche Aktionen veraltete Technologien und Verfahrensweisen etc. angeprangert werden und diese dadurch umgeformt werden.
Aber auch die dann aufkommenden “alternativen” Produkte und neuen Technologien sind keine wirkliche Abhilfe, sondern mehr ein “linke Hand – rechte Hand”-Spiel. Energie und Rohstoffe, die an der einen Stelle eingespart werden, werden für die Produtkion dieser Pseudo-Alternativen gebraucht: Akkus statt Öl, Giftstoffhaltige Energiesparlamen statt Glühbirnen, energie- und wasserintensive erzeugung von Sojaprodukten statt Fleisch und – die neueste Unsäglichkeit – Elektrisch angetriebene Fahrräder statt Autos (damit man auch in Zukunft Kurzstrecken nicht aus eigener Kraft zurücklegen muss…). Immer wieder – anders kann man das nicht sagen – wird grüner mit grün verwechselt.
Ebenso die Propaganda über eine “Dritte industrielle Revolution”, die natürlich alles besser macht und alle Probleme lösen wird. Frei nach dem Motto: immer so weitermachen wie bisher und bloß nicht die Grundlagen unseres Denkens und Handelns überdenken oder gar ändern! Der neue, “grüne” Turbo-Kapitalismus läuft nicht mehr mit fossilen Brennstoffen, sondern ist elektrisch betrieben.
Und es ist ja auch nett, dass neben den inzwischen lange bekannten alternativen Möglichkeiten zur Energieerzeugung (wie Wind- und Solarkraft) auch immer wieder neue Ideen und Ansätze – wie z.B. drei Möglichkeiten der Erzeugung von Energie mit Urin – erdacht werden, die diesen neuen Kapitalismus dann mit Energie versorgen.
Aber warum immer dieser inhaltsleere Aktionismus? Warum muss immer Aufwand betrieben werden, um Natur, Umwelt und Klima zu schützen? Warum künstliche (!) “Renaturierung” anstelle von Bannwäldern? Weil man dann ein gutes Gewissen hat, etwas getan zu haben – auch wenn es im Zweifelsfall noch so sinnfrei ist? Weil man sich, wenn man nichts tut, nicht engagiert genug fühlt – weil man dann keine Aktivität vorweisen kann?
Ist es zu einfach, nichts zu tun? Oder ist es – verschwörungstheoretisch gesprochen – einfach nicht im Sinne des auf Konsum und Wirtschaftswachstum basierenden Systems, nichts zu tun? Tut ein bisschen Verzicht so sehr weh? Hängen wir so sehr an unserem alltäglichen Luxus?
Das sind sicher Aspekte des Problems. Viel grundlegender ist aber, dass der Umwelt-, Natur- und Klimaschutz wie er heute betrieben wird vor allem auf einer Idee basiert: Der Idee des Fortschritts. Die Fortschrittsgläubigkeit, die in ihrer Irrationalität schon alle Religionen überflügelt hat, lässt uns denken, dass wir die Probleme, die wir dem technischen Fortschritt (seit der Industrialisierung) verdanken, mit noch mehr Fortschritt wieder irgendwie in den Griff bekommen werden, ganz wie uns ein Sprichwort lehrt: “Viel hilft viel”.
Dieses Paradoxon, diese Idiotie ist letztlich nicht nur schädlich für unsere natürliche Umwelt, sondern auch für uns und unsere Gesellschaft. Wir brauchen inzwischen allerlei Gadgets zur alltäglichen Kommunikation und so ziemlich unser komplettes Sozialleben ist von den neuen Medien abhängig. Dank dem Fortschritt. Aber: Fortschritt ist immer nur technischer Fortschirtt. Wann wurde zuletzt ein sozialer Fortschritt verzeichnet?
Na, auf diese Frage ist Dir, liebe(r) Leser(in) auch nichts eingefallen, wa? Das kommt schlicht daher, dass unsere Technik- und Fortschrittsgläubigkeit uns sozial verkrüppelt. Jeden Tag ein bisschen mehr. Das zu sagen tut weh, aber es liegt meines Erachtens auf der Hand.
Problemlösungen sind dementsprechend immer technische Lösungen – egal ob im Umweltschutz, in der Medizin, in der Sicherheits- oder Sozialpolitik (ich sag nur: Hartz IV und die Bildungskarte).
Lösungen, die auf soziokulturellen Veränderungen beruhen, werden weder diskutiert noch in Betracht gezogen. Wie auch! Schließlich bestimmen mittlerweile nicht mehr Kultur und Gesellschaft die Technik, sondern die Technik bestimmt Kultur und Gesellschaft. Wir stolpern auch im letzten verbleibenden Rest gesellschaftlichen und kulturellen Lebens noch blind dem erlösenden Heiland Technik hinterher, die mehr und mehr unseren Alltag vereinnahmt, unsere Lebenswelt grau und steril macht.
Ach was, keine Freude am Leben! Gibts doch sicher ne App für!
(via Sebastian Backhaus’ Blog)

The Breathing Earth: Eine Echtzeit-Simulation, die die CO2-Emissionen sowie Geburten- und Sterberate weltweit darstellt. Wenn man auf die einzelnen Länder klickt, werden Links zu Seiten (in der jeweiligen Landessprache) zum Thema Klimawandel angezeigt. Nettes Tool!
Jaja, dass Fleischkonsum alles andere als gut fürs Weltklima ist, ist lange bekannt, und dass die Bedingungen, unter denen die Tiere gehalten werden, geradezu verbrecherisch sind, ist auch nichts Neues. Und auch die Mainstream-Medien bringen inzwischen immer mehr Beiträge drüber, die Fleischkonsum in ein schlechtes Licht stellen, so zum Beispiel hier und hier.
Aber der Widerstand ist groß: Auch wenn man als Gründe für den Verzicht auf Fleisch noch so vielschichtig argumentieren kann, wird das von Fleischkonsumenten – dummerweise – immer wieder auf die Frage der Ethik gegenüber den Tieren reduziert. Währenddessen tun auch fleischlose Menschen ziemlich dumme Dinge und essen Produkte, die nach Fleisch aussehen und schmecken, aber vegetarisch sind. Ja, das ist konsequent…
Dabei könnte die Lösung doch so einfach sein, wie man hier zu berichte weiss:

Dass von uns Öko-Fuzzies noch keiner darauf gekommen ist! Fleisch nicht von Tieren, sondern ausm Laden! Und Strom nicht vom AKW, sondern lieber aus der Steckdose! Das löst die Probleme der Welt garantiert.
naturgetr.eu










